Organisation

Das THW hat rund 82.000 ehrenamtliche Helfer, darunter etwa 15.000 Junghelfer (Mitglieder der THW-Jugend) und 860 hauptamtliche Mitarbeiter. Als Bundesoberbehörde des Bundesministeriums des Innern steht dem THW der Präsident mit der THW-Leitung vor. Derzeitiger Präsident ist seit dem 16. Mai 2006 Dipl.- Ing. Albrecht Broemme. Er war zuvor als Landesbranddirektor Leiter der Berliner Feuerwehr. Der Sitz der THW-Leitung ist in Bonn-Lengsdorf zusammen mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Aufbauorganisation

668 THW-Ortsverbände, 66 Geschäftsstellen, 8 Landesverbände und die Bonner THW-Leitung sind eingebunden in Verwaltungs- und Organisationsstrukturen. In den Ortsverbänden sind ausschließlich ehrenamtliche Helfer tätig, in den anderen Organisationseinheiten wird hauptamtliches Personal beschäftigt.

THW-Leitung

Die THW-Leitung mit Sitz in Bonn untersteht dem THW-Präsidenten und unterstützt diesen bei seinen täglichen Amtsgeschäften. Sie besteht aus dem Leitungs-Stab, dem Beauftragten für das Ehrenamt, der Abteilung Einsatz mit den Referaten E1 Grundsatz, E2 Ausland, E3 Kompetenzentwicklung, E4 Logistik und E5 Technik sowie der Abteilung Zentrale Dienstleistungen mit den Referaten Z1 Helfer, Personal und Recht, Z2 Organisation, Z3 Finanzen und Z5 Information und Kommunikation. Das THW-Logistikzentrum mit Dienstsitz in Heiligenhaus ist ebenfalls mit seiner Zugehörigkeit zum Referat E4 Logistik unmittelbarer Bestandteil der THW-Leitung.

THW-Landesverbände

Die acht Landesverbände sind die Ansprechpartner der obersten Landesbehörden sowie der Landesverbände anderer Organisationen und Stellen. Ihnen stehen die Landesbeauftragten vor, denen für ihre Arbeit ebenfalls zwei Referate (Einsatz und Ehrenamt / zentrale Dienste) zur Verfügung stehen, sowie die Stellen Büromanagement und Kommunikation.

Derzeit sind sie wie folgt aufgeteilt:

  • Landesverband Baden-Württemberg mit Sitz in Stuttgart
  • Landesverband Bayern mit Sitz in München
  • Landesverband Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt mit Sitz in Berlin und den Sonderaufgaben THW-Informationszentrum und Wahrnehmung von Hauptstadtaufgaben
  • Landesverband Bremen, Niedersachsen mit Sitz in Hannover und den Sonderaufgaben Aufbau Ölschadensbekämpfung und Aufbau SEB ABC
  • Landesverband Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein mit Sitz in Kiel
  • Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland mit Sitz in Mainz
  • Landesverband Nordrhein-Westfalen mit Sitz in Heiligenhaus (ebenfalls Sitz des Logistikzentrums)
  • Landesverband Sachsen, Thüringen mit Sitz in Altenburg

THW-Geschäftsführerbereiche

In den Landesverbänden sind insgesamt 66 Geschäftsführerbereiche eingegliedert, die wiederum die Ortsverbände betreuen, ihnen als Außenstellen der Landesverbände aber nicht weisungsbefugt sind. Die Geschäftsführerbereiche werden von einem Geschäftsführer geleitet, welcher der Ansprechpartner auf der regionalen Ebene ist. Ihm zur Seite stehen mehrere Sachbearbeiter und Bürosachbearbeiter.

THW-Ortsverbände

Das Konzept des THW sieht für jeden Landkreis und für jede kreisfreie Stadt mindestens einen Ortsverband (OV) vor, deutschlandweit gibt es derzeit 668 Ortsverbände. Jedem Ortsverband steht der Ortsbeauftragte als ehrenamtlicher Behördenleiter vor. Er wird vertreten durch den stellvertretenden Ortsbeauftragten, der gleichzeitig auch Leiter des OV-Stabs ist. Daneben steht mindestens ein Technischer Zug als Einsatzeinheit eines Ortsverbandes.

OV-Stab

Der OV-Stab bildet die Verwaltungseinheit eines Ortsverbands und dient der Führung und Organisation. Im Einsatzfall geht aus ihm die Leitungs- und Koordinierungsstelle des Ortsverbandes hervor, die LuK-OV. Folgende Mitglieder sind in einem OV-Stab tätig:

Des Weiteren sind in jedem Ortsverband zwei Fachberater (FaBe) vorgesehen, die dem Ortsbeauftragten direkt unterstellt sind.

Technischer Zug

Die operativen Einheiten sind über die Stärke- und Ausstattungsnachweisung (StAN) definiert, daraus ergibt sich eine bundesweite Einheitlichkeit, die bei großen Einsätzen wie zum Beispiel dem Elbehochwasser 2002 von Vorteil ist. Egal ob eine Einheit aus Bayern oder aus Schleswig-Holstein kommt, der Anforderer kann sich auf vergleichbare Fähigkeiten verlassen.

In den Ortsverbänden sind derzeit 727 Technische Züge (TZ) flächendeckend disloziert. Deshalb ist eine schnelle Einsatzfähigkeit für die vielfältigsten Anforderungen sichergestellt.

→ Hauptartikel: Technischer Zug

Der Technische Zug untersteht dem Zugführer und besteht grundsätzlich aus dem Zugtrupp der ihn unterstützt, der 1. Bergungsgruppe für den schnellen und mobilen Einsatz, der 2. Bergungsgruppe, welche für den überwiegend stationären Einsatz mit schwereren Geräten bzw. zur Unterstützung der 1. Bergungsgruppe ausgestattet ist, sowie mindestens einer, maximal jedoch drei Fachgruppen. Die Bergungsgruppen sind flächendeckend in jedem Ortsverband vorhanden und stellen die Basis des THW dar. Verstärkt werden sie von den verschiedenen Fachgruppen. Der Funkrufname der THW Einheiten lautet im 2 m und 4-m-Sprechfunk Heros.

Zugtrupp

Der Zugtrupp (ZTr) dient der Führung des Technischen Zuges (TZ). Ihm obliegt die Koordination und Abwicklung von Einsätzen. Er richtet eine Befehlsstelle ein und betreibt diese für den Technischen Zug sowie ggf. für weitere unterstellte Einheiten/Teileinheiten. Ferner organisiert der Zugtrupp den Personal- und Materialeinsatz sowie die Logistik für die unterstellten Einheiten. Der Zugtrupp stellt die Verbindung zur übergeordneten Einsatzleitung (EL) bzw. Führungsstelle (FüSt) sowie zu benachbarten Einheiten bzw. Organisationen her und hält diese. Im Bedarfsfall bilden ein oder mehrere Zugtrupps eine THW-Führungsstelle ohne Stab.

1. Bergungsgruppe

Die 1. Bergungsgruppe (1. BGr) ist die universellste Gruppe im Technischen Zug. Das Personal und die Ausstattung sind auf die Bewältigung eines möglichst breiten Aufgabenspektrums ausgerichtet. In der Regel kommt diese Gruppe auch zuerst zum Einsatz. Sie wird ergänzt und unterstützt durch die 2. Bergungsgruppe oder durch Fachgruppen bzw. sie unterstützt diese.

2. Bergungsgruppe

Die 2. Bergungsgruppe (2. BGr) verfügt neben einer Grundausstattung, die weitgehend jener der 1. BGr ähnelt, über zusätzliche, schwere Komponenten. Insbesondere nutzt sie elektrische und hydraulische Werkzeuge, mit denen eine schwere Bergung auch da geleistet werden kann, wo Abgase oder Lärm verbrennungsgetriebener Werkzeuge den Einsatz behindern oder Verletzte gefährden würden. In den 66 Geschäftsführerbereichen ist je einmal als Typ B eine „schwere“ Version der 2. BGr, vorhanden. Sie ist zusätzlich mit Betonkettensäge, Plasmaschneider, Kernbohrgerät und schweren Hebekissen (132 t) ausgestattet. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, die Gruppe vom Typ A um eine Spreng- oder Beleuchtungsausstattung zu erweitern und so Teile der Aufgaben der entsprechenden Fachgruppen wahrzunehmen, ohne weiteres Personal und Fahrzeuge dafür vorhalten zu müssen. Die Bezeichnung der Gruppe lautet dann Bergungsgruppe 2/Sprengen bzw. Bergungsgruppe 2/Beleuchtung.

Fachgruppe

Eine Fachgruppe ist eine Teileinheit des Technischen Zuges oder im Falle der Fachgruppen Logistik, Fachgruppe Führung/Kommunikation sowie den Auslandseinheiten eigenständig mit speziellen überörtlichen oder -regionalen Einsatzaufgaben. Sie sind für Einsätze bei großen Schadenereignissen, für Auslandseinsätze sowie für besondere Schadensfälle vorgesehen. Sie sind auf Grund des unterschiedlichen Bedarfs in ihrer jeweiligen Spezialisierung teilweise in geringerer Zahl vorhanden. Durch die auf überörtliche Zusammenarbeit ausgerichtete Struktur stellt dies aber kein Problem dar, jede Fachgruppe ist jederzeit deutschlandweit verfügbar. Innerhalb eines Geschäftsführerbereichs sollte jede Fachgruppe mindestens einmal vertreten sein (Ausnahme: Fachgruppe Ölschaden, Brückenbau, SEEBA, SEEWA und SEElift). Derzeit existieren im THW folgende Fachgruppen: Beleuchtung, Brückenbau, Elektroversorgung, Führung/Kommunikation, Infrastruktur, Logistik, Ortung, Ölschaden, Räumen, Sprengen, Trinkwasserversorgung, Wassergefahren, Wasserschaden/Pumpen, sowie die Auslandseinheiten SEEBA (Schnell-Einsatz-Einheit-Bergung-Ausland), SEElift (Schnell-Einsatz-Einheit für Logistikabwicklung im Lufttransportfall) sowie SEEWA (Schnell-Einsatz-Einheit-Wasser-Ausland).

THW-Jugend

Die THW-Jugend ist die Jugendorganisation des Technischen Hilfswerks. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Jungen und Mädchen zwischen 10 und 18 Jahren spielerisch an die Arbeit des THWs heranzuführen. Die THW-Jugend gehört jedoch nicht zur Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, sondern ist ein eigenständiger eingetragener Verein. Diese Regelung wurde mit dem Hintergedanken getroffen, keine staatliche Jugendorganisation zu unterhalten. mehr

Helfervereinigungen

Eine immer wichtigere Rolle spielen innerhalb des Technischen Hilfswerks die sogenannten THW-Helfervereinigungen. Diese sind meist gemeinnützige Vereine, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, das Technische Hilfswerk von außen zu unterstützen. Die Helfervereinigungen stehen außerhalb der Behördenstruktur und unterstützen die Helfer und Ortsverbände durch eigene Angebote und Spenden. So zum Beispiel können sich die Helfer als Mitglieder einer Helfervereinigung für Fälle der Berufsunfähigkeit absichern. Manche Helfervereinigungen haben sich zum Beispiel das Ziel gesetzt, die früher im THW vorhandene kameradschaftliche Kommunikation wieder aufleben zu lassen. Eine große Rolle in diesem Zusammenhang spielen die großen Kommunikationsplattformen außerhalb des bundeseigenen THW-Extranets. mehr