Gießen, 26.05.2017, von C. Bode

Atemschutz-Notfalltraining

Am 26. und 27. Mai fand auf dem Gelände des THW Ortsverbandes Gießen ein Atemschutz-Notfalltraining statt. 12 Teilnehmer und vier Ausbilder aus dem Geschäftsführerbereich der Geschäftsstelle Gießen befassten sich in Theorie und Praxis mit Notfällen, die beim Tragen von Atemschutzgeräten auftreten können. Die Helfer erlernten Strategien und Schemata, um in solchen Situationen reagieren zu können.

Sind Atemschutzgeräteträger im Einsatz, so geschieht dies meistens in einer potentiell lebensgefährlichen Umgebung. Die Luft ist aufgrund von Atemgiften nicht atembar und die Sicht ist durch den Rauch stark eingeschränkt. Unter hoher physischer und psychischer Anstrengung gilt es dann, sich zu orientieren, Hindernisse zu erkennen und zu überwinden und Aufgaben wie das Löschen eines Feuers oder eine Personenrettung vorzunehmen.

In der Vergangenheit ist es immer wieder zu tragischen Unfällen gekommen, bei denen Atemschutzgeräteträger schwer oder tödlich verletzt wurden, da unvorhersehbare Ereignisse eintraten (bspw. Rauchgasdurchzündungen, Einsturz von Gebäudeteilen). Um in solchen Situationen handlungsfähig zu bleiben und bspw. einem verletzten Kameraden helfen zu können, werden Atemschutz-Notfalltrainings durchgeführt.

Voraussetzung für die Lehrgangsteilnahme ist ein absolvierter Atemschutzlehrgang sowie bereits zweijährige Erfahrung im Umgang mit den Geräten und regelmäßige Teilnahme an Übungen. „Im Gegensatz zum Grundlehrgang werden die Teilnehmer im Notfalltraining höherem Stress ausgesetzt und bekommen weniger Hilfestellungen“, so Ausbilder Mike Plasberg.

Im theoretischen Teil wurden zunächst potentielle Gefahren und mögliche Notfallsituationen anhand von Fallbeispielen erläutert.  Darauf aufbauend erlernten die Teilnehmer entsprechend Handlungsweisen, Strategien und Schemata, die sowohl präventiv als auch intervenierend notwendig sind.

Dazu gehören zu den präventiven Handlungsweisen vor allem Vertrauen, Teamwork und regelmäßige wie detaillierte Kommunikation mit den Kameraden. Außerdem muss der Umgang mit dem Atemschutzgerät sowie weiterer Ausrüstung beherrscht werden, um in gefährlichen Situationen reagieren zu können.

Intervenierende Strategien, die im Fall eines Unfalls notwendig werden, trainierten die Teilnehmer dann vor allem in der Praxis. So galt es Such- und Rettungstechniken anzuwenden, einem verunfallten Kameraden die Maske oder auch den Lungenautomat auszuwechseln. Dabei wurde die Umgebung so realitätsnah wie möglich gestaltet. Unterschiedliche Hindernisse sowie sich ständig ändernde Szenarien stellten eine große Herausforderungen an die Teilnehmer.

Am Ende waren sich alle einig, dass das Atemschutz-Notfalltraining ein notwendiger und sinnvoller Bestandteil der Aus- und Fortbildung von Atemschutzgeräteträgern ist. Auch wenn die psychische und physische Belastung in einem Einsatz noch höher ist, erlebten die Teilnehmer bereits den simulierten Notfall als starke Belastung. Mit den erlernten Strategien und Schemata jedoch gehen sie besser gerüstet in den nächsten Einsatz.


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